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Licht- und Architekturkonzept für eine neue Uhrenmanufaktur von Franck Muller in der Schweiz

Lichtplanung, Corporate

Anfang der 2010er-Jahre entstand das Konzept für ein vollständig neues Werk der Schweizer Uhrenmanufaktur Franck Muller. Gemeinsam mit archicult – Breunig Architekten entwickelten Die Lichtgestalter wesentliche Elemente des gestalterischen Gesamtkonzepts sowie die vollständige Lichtplanung.

Im Mittelpunkt des Entwurfs stand die Verbindung von Marke, Architektur, Licht und Technik. Die für Franck Muller charakteristische Welt der mechanischen Uhr sollte nicht erst im Produkt sichtbar werden, sondern sich durch das gesamte Gebäude ziehen.

Eine großformatige, außen am Gebäude vorgesehene Uhr sollte bereits von der vorbeiführenden Autobahn wahrnehmbar sein und das neue Werk unverwechselbar mit der Uhrenmanufaktur verbinden. Im Inneren wurde die Uhr erneut zu einem zentralen Gestaltungselement. Selbst technische und funktionale Komponenten des Gebäudes wurden in die architektonische Idee integriert: Die Drehtür war beispielsweise als Teil eines sichtbaren „Motors“ der Haustechnik konzipiert.

Auch die Verschattung wurde Bestandteil der dynamischen Architektur. Bewegliche Lamellen sollten sich automatisch am Sonnenstand ausrichten und den direkten Sonneneintrag in das Gebäude reduzieren.

Das Projekt blieb letztlich im Konzeptstadium und wurde nicht realisiert. Dennoch zeigt der Entwurf einen bis heute ungewöhnlichen Ansatz: Architektur, Licht, Gebäudetechnik und Markenidentität wurden nicht als getrennte Disziplinen betrachtet, sondern als Teile eines gemeinsamen räumlichen Konzepts.

Konzept für die Uhrenmanufaktur Franck Muller

Bei der Entwicklung eines neuen Unternehmensstandorts stellt sich nicht ausschließlich die Frage, wie ein Gebäude funktionieren soll.

Gerade bei einer international bekannten Marke kann Architektur selbst zum Ausdruck der Unternehmensidentität werden.

Für das geplante Werk von Franck Muller entstand deshalb die Idee, die Welt der mechanischen Uhr in die Architektur zu übertragen.

Das Gebäude sollte nicht lediglich eine Uhrenmanufaktur beherbergen – die Idee der Uhr sollte selbst Bestandteil der Architektur werden.

Gemeinsam mit archicult entwickelten Die Lichtgestalter ein Konzept, in dem sich dieser Gedanke durch unterschiedliche Bereiche des Gebäudes zog.

Die Uhr als weithin sichtbares Zeichen der Marke

Ein prägendes Element des Entwurfs war eine großformatige Uhr an der Außenfassade.

Sie sollte so in die Architektur integriert werden, dass sie auch von der vorbeiführenden Autobahn aus wahrgenommen werden kann.

Damit hätte die Uhr mehrere Funktionen gleichzeitig übernommen.

Sie wäre Zeitmesser, architektonisches Gestaltungselement und weithin sichtbares Zeichen der Marke Franck Muller gewesen.

Die Architektur sollte damit bereits aus der Entfernung eine eindeutige Verbindung zur Nutzung des Gebäudes herstellen.

Architektur wird Markenkommunikation

Das Konzept zeigt einen Ansatz, der heute häufig unter Begriffen wie Brand Architecture oder Markenarchitekturbeschrieben wird.

Eine Marke wird dabei nicht lediglich über ein Logo an der Fassade kommuniziert.

Stattdessen werden charakteristische Eigenschaften eines Unternehmens in Architektur, Raum und Gestaltung übersetzt.

Bei einer Uhrenmanufaktur liegt der Bezug zur Zeit nahe.

Der Entwurf ging jedoch einen Schritt weiter und übertrug auch die Idee von Mechanik und Bewegung auf das Gebäude.

Die Uhr als zentrales Element im Innenraum

Das Thema der Uhr sollte sich im Inneren des neuen Werks fortsetzen.

Auch hier war eine Uhr als zentrales architektonisches Element vorgesehen.

Dadurch entstand eine Verbindung zwischen Außen- und Innenwirkung.

Besucher sollten nicht nur an der Fassade erkennen, dass sie sich am Standort einer Uhrenmanufaktur befinden.

Die Markenidentität sollte sich durch das Gebäude hindurch fortsetzen und räumlich erfahrbar werden.

Die Drehtür als Motor der Haustechnik

Besonders ungewöhnlich war der konzeptionelle Umgang mit der Gebäudetechnik.

Die Drehtür des Gebäudes wurde innerhalb des Entwurfs als eine Art Motor der Haustechnik gedacht.

Damit wurde ein eigentlich funktionales Bauteil Teil der übergeordneten architektonischen Erzählung.

Mechanik wurde nicht versteckt, sondern zum Gestaltungsthema.

Der Bezug zur Uhrenmanufaktur entstand damit nicht durch dekorative Elemente allein.

Vielmehr sollte das Prinzip mechanischer Bewegung auf unterschiedliche Ebenen der Architektur übertragen werden.

Bewegliche Lamellen reagieren auf den Sonnenstand

Auch die Verschattung der Fassade war als dynamisches Element vorgesehen.

Bewegliche Lamellen sollten sich automatisch entsprechend dem Sonnenstand ausrichten.

Ihre Aufgabe bestand darin, direkte Sonneneinstrahlung in das Gebäude zu reduzieren und die Innenräume entsprechend abzuschirmen.

Gleichzeitig hätte sich dadurch die äußere Erscheinung des Gebäudes im Tagesverlauf verändert.

Die Fassade wäre nicht statisch geblieben, sondern hätte auf ihre Umwelt reagiert.

Das passt wiederum zur grundlegenden Idee des Entwurfs:

Bewegung und Technik werden sichtbar und zu einem Bestandteil der Architektur.

Lichtplanung als Bestandteil des Gesamtkonzepts

Die Lichtplanung wurde nicht nachträglich auf eine bereits fertig entwickelte Architektur aufgesetzt.

Die Lichtgestalter waren gemeinsam mit archicult an der konzeptionellen Entwicklung beteiligt und übernahmen die Lichtplanung für das Gebäude.

Dadurch konnte frühzeitig darüber nachgedacht werden, wie natürliches und künstliches Licht, Architektur und technische Elemente miteinander zusammenspielen sollten.

Gerade bei einem Gebäude mit einer dynamischen Verschattung besitzt diese Verbindung eine besondere Bedeutung.

Tageslicht verändert sich kontinuierlich.

Die geplanten Lamellen reagieren auf den Sonnenstand.

Künstliche Beleuchtung übernimmt wiederum eigene Aufgaben innerhalb des Gebäudes und in den Abendstunden.

Die Lichtplanung wird dadurch Teil eines Systems aus Tageslicht, Sonnenschutz, künstlichem Licht und Architektur.

Lichtplanung für eine Manufaktur

Eine Uhrenmanufaktur stellt zudem unterschiedliche Anforderungen an Licht.

Produktion und präzise Arbeitsbereiche besitzen andere Anforderungen als repräsentative Räume, Verkehrsflächen oder Bereiche für Besucher.

Eine ganzheitliche Lichtplanung muss diese unterschiedlichen Nutzungen zunächst verstehen und anschließend in ein gemeinsames Konzept überführen.

Beim geplanten Franck-Muller-Werk wurde Licht deshalb als Bestandteil der gesamten Architektur betrachtet.

Dabei ging es sowohl um die funktionale Beleuchtung als auch um die architektonische und repräsentative Wirkung des neuen Standorts.

Wenn Architektur die Identität eines Unternehmens erzählt

Besonders interessant ist das Projekt aus heutiger Sicht aufgrund seiner konsequenten Verbindung verschiedener Disziplinen.

Die Marke Franck Muller steht für Uhren und mechanische Zeitmesser.

Im Entwurf wurde daraus eine architektonische Idee:

Die große Uhr macht die Marke nach außen sichtbar.

Die Uhr im Innenraum führt das Thema im Gebäude fort.

Mechanische Bewegung findet sich konzeptionell in der Drehtür wieder.

Die beweglichen Lamellen reagieren auf den Verlauf der Sonne.

Und Licht verbindet Architektur und Nutzung über den Tagesverlauf hinweg.

So entsteht aus einzelnen Elementen eine gemeinsame Geschichte.

Ein frühes Konzept für dynamische und responsive Architektur

Die Planung entstand bereits Anfang der 2010er-Jahre.

Gerade deshalb sind einige der damaligen konzeptionellen Ansätze aus heutiger Perspektive interessant.

Die Fassade sollte auf äußere Bedingungen reagieren. Sonnenschutz sollte dynamisch gesteuert werden. Gebäudetechnik sollte gestalterisch sichtbar werden. Lichtplanung und Architektur sollten frühzeitig gemeinsam entwickelt werden.

Damit beschäftigte sich der Entwurf bereits damals mit Fragestellungen, die bei der Planung moderner Gebäude weiterhin relevant sind.

Das macht das Projekt auch ohne spätere Realisierung zu einem interessanten Beispiel für konzeptionelle Licht- und Architekturplanung.

Vom Entwurf zur nicht realisierten Vision

Das geplante neue Werk von Franck Muller wurde letztlich nicht gebaut.

Das Projekt blieb im Konzeptstadium.

Für die Darstellung als Referenz ist diese Unterscheidung wichtig.

Die hier beschriebenen Elemente zeigen deshalb keine realisierte Uhrenmanufaktur, sondern die konzeptionelle Planung für das vorgesehene Gebäude.

Gerade Konzeptprojekte können jedoch zeigen, wie weit Lichtplanung über die Auswahl einzelner Leuchten hinausgehen kann.

Hier ging es um die grundlegende Frage, wie Licht, Architektur, Technik und Markenidentität gemeinsam entwickelt werden können.

Licht- und Architekturkonzept für Franck Muller in der Schweiz

Das Anfang der 2010er-Jahre entwickelte Konzept für das neue Werk der Uhrenmanufaktur Franck Muller in der Schweiz gehört zu den außergewöhnlichen Konzeptprojekten der Lichtgestalter.

Gemeinsam mit archicult – Breunig Architekten entstand die Vision eines Gebäudes, bei dem die Identität einer Uhrenmanufaktur bis in Architektur und Technik übersetzt wurde.

Eine weithin sichtbare Uhr, ein zentrales Uhrenelement im Innenraum, die als Teil des technischen Gesamtkonzepts gedachte Drehtür, automatisch dem Sonnenstand folgende Verschattungslamellen und eine umfassende Lichtplanung sollten zu einem gemeinsamen architektonischen Konzept verschmelzen.

Auch wenn das Gebäude nicht realisiert wurde, zeigt der Entwurf einen Ansatz, der für unsere Arbeit bis heute wesentlich ist:

Lichtplanung beginnt nicht bei der Leuchte. Sie beginnt mit der Architektur, ihrer Nutzung und der Idee, die ein Gebäude vermitteln soll.

Projektdaten

Projekt: Konzept für ein neues Werk der Uhrenmanufaktur Franck Muller
Ort: Schweiz
Planungszeitraum: Anfang der 2010er-Jahre
Projektstatus: Konzept / nicht realisiert
Projekttyp: Uhrenmanufaktur / Unternehmensarchitektur / Produktions- und Repräsentationsgebäude
Leistungen Die Lichtgestalter: Lichtplanung sowie Mitwirkung an der Entwicklung des gestalterischen Gesamtkonzepts und der Uhrenelemente
Architekturpartner: archicult – Breunig Architekten
Besondere Elemente: großformatige Außenuhr, zentrales Uhrenelement im Innenbereich, konzeptionelle Einbindung der Drehtür in die Gebäudetechnik, automatisch dem Sonnenstand folgende Verschattungslamellen

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