Lichtplanung und Markenarchitektur für das Landhotel Espenhof in Flonheim
Für das Weingut und Landhotel Espenhof in Flonheim, Rheinhessen, entwickelten Die Lichtgestalter gemeinsam mit archicult – Breunig Architekten die Lichtplanung für die neu entstandenen Hotelbereiche. Darüber hinaus wirkten wir an der Markenarchitektur und der außergewöhnlichen Fassadengestaltung des Landhotels mit.
2014 wurde ein bestehendes Nebengebäude aufgestockt und zu Hotelzimmern umgenutzt. Es entstanden acht Hotelzimmer mit offenen Raumkonzepten und freistehenden Sanitärblöcken. Eichenholzdielen, freigelegtes Natursteinmauerwerk, alte Fassdauben und ein darauf abgestimmtes Lichtkonzept verbinden die Geschichte des Weinguts mit einer modernen Hotelsprache.
Ein zweiter prägender Bestandteil des Projekts ist die Fassade. Das Espenblatt, abgeleitet vom Familiennamen Espenschied und Markenzeichen des Weinguts, wurde in eine dreidimensionale Markenarchitektur übersetzt. Eine vorgehängte, frei ausgefräste Fassade greift die Form des Blattes auf und verändert durch Tageslicht, Wetter und Blickwinkel kontinuierlich ihre Wirkung.
So entstand ein Projekt, bei dem Lichtplanung, Architektur, Hoteldesign und Markenidentität als zusammenhängendes Konzept betrachtet wurden.
Lichtplanung für ein Landhotel und Weingut
Ein Landhotel in Verbindung mit einem Weingut stellt besondere Anforderungen an Architektur und Beleuchtung.
Gäste sollen sich unmittelbar wohlfühlen. Gleichzeitig soll der Charakter des Ortes erhalten bleiben und die Verbindung zum Weinbau erkennbar sein.
Beim Espenhof bestand deshalb eine wesentliche gestalterische Idee darin, Tradition und zeitgenössische Architektur miteinander zu verbinden.
Natürliche und traditionelle Materialien treffen auf neue Farben, Produkte und ein modernes Lichtkonzept.
Licht übernimmt dabei eine verbindende Funktion.
Es macht Materialien sichtbar, unterstützt die Atmosphäre der Hotelzimmer und wird selbst Teil der Innenarchitektur.
Acht Hotelzimmer zwischen Tradition und moderner Architektur
Durch die Aufstockung und Umnutzung eines bestehenden Nebengebäudes entstanden auf zwei Geschossen insgesamt acht Hotelzimmer.
Die Zimmer wurden als offene Raumkonzepte mit einem freistehenden Sanitärblock gestaltet.
Die Innenarchitektur nimmt bewusst Bezug auf die Umgebung und die Geschichte des Weinguts.
Eichenholzdielen und freigelegtes Natursteinmauerwerk bringen natürliche Materialien in die Räume.
Farbliche Akzente entstehen durch Textilien und Möbeloberflächen.
Besonders charakteristisch sind die Betthäupter aus alten Fassdauben, die den Bezug zum Weinbau unmittelbar in die Hotelzimmer übertragen.
Die Beleuchtung wurde auf diese Material- und Architektursprache abgestimmt.
Hotelbeleuchtung als Bestandteil der Innenarchitektur
Gutes Licht in einem Hotelzimmer muss unterschiedliche Situationen ermöglichen.
Der Gast nutzt denselben Raum zum Ankommen, Orientieren, Entspannen und Wohnen.
Deshalb sollte die Beleuchtung nicht losgelöst von der Innenarchitektur betrachtet werden.
Beim Espenhof wurde das Lichtkonzept auf die offenen Raumstrukturen sowie die eingesetzten Materialien abgestimmt.
Licht unterstützt damit nicht nur die funktionale Nutzung der Zimmer.
Es trägt dazu bei, Naturstein, Holz, Farben und räumliche Strukturen wahrnehmbar zu machen und die gewünschte Atmosphäre des Landhotels zu unterstützen.
Leuchten von Viabizzuno
Für die Umsetzung des Lichtkonzepts kamen Leuchten des italienischen Herstellers Viabizzuno zum Einsatz. Die Lichtgestalter übernahmen neben der Lichtplanung auch den Leuchtenvertrieb.
Die Produktauswahl folgte dabei dem entwickelten Lichtkonzept und der Architektur.
Dieser Ansatz ist für unsere Lichtplanung grundsätzlich entscheidend:
Nicht eine bestimmte Leuchte bildet den Ausgangspunkt – Architektur, Nutzung und gewünschte Lichtwirkung bestimmen, welche Beleuchtungslösung zum Projekt passt.
Vom Logo zur Architektur: das Espenblatt
Die Gestaltung des Espenhofs endet nicht in den Hotelzimmern.
Ein besonders charakteristischer Bestandteil des Projekts ist die Fassade des Landhotels.
Ausgangspunkt dafür war das Espenblatt.
Das Blatt ist das Markenzeichen des Espenhofs und leitet sich vom Familiennamen der Winzerfamilie Espenschied ab. Dieses bereits vorhandene Element der Markenidentität wurde in ein architektonisches Motiv übersetzt.
Damit blieb das Markenzeichen nicht auf Logo, Drucksachen oder Kommunikation beschränkt.
Die Marke wurde selbst Teil des Gebäudes.
Markenarchitektur für Weingut und Landhotel
Die vorgehängte Fassade interpretiert die Form des Espenblattes grafisch und abstrahiert.
Zum Einsatz kamen HPL-Elemente. Das normalerweise flächig eingesetzte Plattenmaterial wurde im Konturschnitt frei ausgefräst, um die charakteristische Fassadenstruktur zu erzeugen.
Dadurch entstand eine Gebäudehülle mit hohem Wiedererkennungswert.
Das Espenblatt wird vom zweidimensionalen Markenzeichen zu einem räumlichen Element der Architektur.
Gerade bei einem Hotel und Weingut ist diese Verbindung interessant.
Architektur wird dadurch selbst zu einem Teil der Kommunikation des Unternehmens.
Wenn Tageslicht die Fassade verändert
Eine besondere Wirkung erhält die Espenblatt-Fassade durch das natürliche Licht.
Die richtungsabhängige Farboberfläche des Materials reagiert auf einfallendes Tageslicht. Dadurch verändert sich die Wahrnehmung der Fassade abhängig von Tageszeit, Wetter und Betrachtungsrichtung.
Es entsteht ein wechselndes Farb- und Lichtspiel, dessen Charakter an herbstlich gefärbtes Laub erinnert.
Damit wird Licht nicht erst durch eine künstliche Lichtquelle Bestandteil des Projekts.
Bereits das natürliche Tageslicht beeinflusst die Wahrnehmung der Architektur.
Die Fassade ist nicht statisch.
Licht verändert ihr Erscheinungsbild im Verlauf des Tages.
Die Fassade als Filter zwischen innen und außen
Die Fassadenstruktur übernimmt zusätzlich eine räumliche Funktion.
Hinter ihr befindet sich der Laubengang vor den Hotelzimmern. Die vorgelagerte Struktur schafft dort eine gewisse Abgrenzung, ohne den Blick nach außen vollständig zu schließen.
Durch die Öffnungen bleiben die umgebenden Weinberge und der für Rheinhessen charakteristische Trullo sichtbar.
Dadurch funktioniert die Fassade gleichzeitig als Markenzeichen, architektonische Hülle und Filter zwischen privatem Hotelbereich und Landschaft.
Lichtplanung und Markenarchitektur gemeinsam denken
Der Espenhof zeigt besonders gut, warum Lichtplanung bereits frühzeitig mit Architektur und Innenarchitektur zusammengedacht werden sollte.
Im Innenraum beeinflusst Licht die Wahrnehmung von Naturstein, Holz, Möbeln und Farben.
An der Fassade verändert Tageslicht das Erscheinungsbild der Markenarchitektur.
Beide Ebenen gehören zum selben Gesamterlebnis.
Für den Gast besteht schließlich keine Trennung zwischen Architektur, Lichtplanung, Innenraum und Marke.
Er nimmt einen Ort wahr.
Je besser diese Elemente aufeinander abgestimmt sind, desto klarer kann eine eigenständige räumliche Identität entstehen.
Lichtplanung für Hotels, Weingüter und Hospitality
Das Projekt verbindet mehrere Bereiche, in denen Licht eine wesentliche gestalterische Funktion übernimmt.
Als Landhotel benötigt der Espenhof eine angenehme und funktionale Hotelbeleuchtung.
Als Weingut besitzt das Gebäude eine starke Verbindung zu Wein, Landschaft und regionaler Identität.
Als touristischer Ort muss es Gästen gleichzeitig ein eigenständiges räumliches Erlebnis bieten.
Und als Marke benötigt der Espenhof einen Wiedererkennungswert.
Die Kombination aus Lichtplanung und Markenarchitektur ermöglicht es, diese unterschiedlichen Anforderungen miteinander zu verbinden.
Lichtplanung für Weingüter und Vinotheken
Der Espenhof ergänzt gleichzeitig unsere Erfahrung bei Projekten rund um Wein, Vinotheken und Weinpräsentation.
Bei diesen Projekten geht es nicht ausschließlich darum, Flaschen oder Räume zu beleuchten.
Architektur, Materialien, Landschaft, Marke und die Wahrnehmung des Weins können Teil eines gemeinsamen Gestaltungskonzepts werden.
Gerade bei Weingütern sind Gebäude häufig gleichzeitig Produktionsort, Verkaufsort, Gastgeber und Repräsentation der Marke.
Lichtplanung kann dazu beitragen, diese unterschiedlichen Funktionen räumlich miteinander zu verbinden.
Erfolgreiche Lichtplanung und Markenarchitektur für den Espenhof in Flonheim
Mit der Erweiterung des Landhotels Espenhof in Flonheim entstand 2014 gemeinsam mit archicult ein Projekt, das die Geschichte des Weinguts mit zeitgenössischer Architektur verbindet.
In acht neu entstandenen Hotelzimmern treffen Eichenholz, Naturstein und alte Fassdauben auf ein abgestimmtes Lichtkonzept mit Leuchten von Viabizzuno.
Gleichzeitig wurde mit dem Espenblatt ein vorhandenes Markenzeichen in Architektur übersetzt. Die frei ausgefräste Fassade verändert durch Licht, Wetter und Blickwinkel ihre Wirkung und gibt dem Landhotel einen hohen Wiedererkennungswert.
Der Espenhof steht damit beispielhaft für unseren Ansatz:
Lichtplanung endet nicht bei der Auswahl einer Leuchte. Gute Gestaltung entsteht, wenn Licht, Architektur, Material, Nutzung und Identität eines Ortes gemeinsam gedacht werden.
Projektdaten
Projekt: Weingut – Landhotel – Weinwirtschaft Espenhof
Ort: Flonheim, Rheinhessen, Deutschland
Fertigstellung: 2014
Projekttyp: Landhotel / Weingut / Hospitality
Umfang: acht Hotelzimmer
Leistungen Die Lichtgestalter: Lichtplanung, Leuchtenvertrieb, Markenarchitektur und Fassadengestaltung
Architekturpartner: archicult – Breunig Architekten
Leuchtenhersteller: Viabizzuno
Besonderheit: Espenblatt als architektonisches Motiv der vorgehängten Fassade
Fotografie: Stefan Mikolon